Viele Livestreams die ich im Jahr 2021 selbst angeschaut habe, erinnerten mich doch sehr an den Frontalunterricht aus der eigenen Schulzeit: Die Analoguhr die monoton an der Wand vor sich hin tickt und stumm bis zum Start der Unterrichtseinheit herunterzählt. Untermalt von mittelmäßig gestalteten Folien bekommt man in dieser dann lieblos aufbereitete Informationen präsentiert, während man sich nur versucht in die nächste kurze Pause zu retten. Und dann wunderten sich die Pädagogen seinerzeit schon, wenn am Ende der Stunden keine oder kaum Fragen gestellt wurden. Für aktive Partizipation reichte eine Fragerunde am Ende der Stunde nicht aus – auch heute noch.

Es gab aber auch die wenigen Lehrer, die mit ihren Geschichten und Erzählungen die Fakten lebendig werden ließen, die verzaubern konnten und auf deren Stunden man sich gefreut hat. Nicht weil Mathematik oder Chemie so spannend waren, sondern weil der Stoff gut aufbereitet und unterhaltsam verpackt war.

Hier hat das klassische Fernsehen vielen Corporate-Events und Streams etwas voraus: Die Unterhaltung. Meist sind es nicht die perfekte Abfolge von Charts und Gesprächsrunden, die steril und austauschbar in Erinnerung bleiben. Es sind die lebendigen Momente, die Farben und die Musik, die Begegnungen, das Lachen, die Emotionen und die Magie des Augenblicks, die uns gebannt auf den Bildschirm schauen lassen. Das Unerwartete und Neue.

Man kann sich diese Idee sogar in einen Slogan packen: „We love to entertain you!“ Auch wenn kein Veranstalter darum gebeten hat: Jeder Live-Stream muss sich am TV messen lassen. Das ist die Benchmark. Ob es uns gefällt oder nicht.

Lassen Sie uns gemeinsam unvergessliche Momente kreieren.